Aktionsprogramm sichert langfristige Verfügbarkeit von Fachkräften

Wissenschaftlerin

Foto: LEG

 

Die Prognosen sprechen eine klare Sprache: Bis 2030 könnte Thüringen ein Drittel seiner erwerbsfähigen Bewohner verlieren. Gleichzeitig erwartet die aktuelle Fachkräftestudie des Thüringer Wirtschaftsministeriums, dass bis zum Jahr 2015 bis zu 80.000 Fachkräfte nachgefragt werden. „Der Fachkräftemangel kann – wenn wir nicht gegensteuern – die Ursache für Standortverlagerungen, anhaltende Strukturschwäche, Arbeitslosigkeit und weitere Abwanderung werden“, analysiert der Thüringer Wirtschafts- und Innovationsrat die Situation im Freistaat. Das Gremium aus Vertretern von Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften, Wissenschaft und Banken hat auf der Sitzung am 28. Juni 2010 sein „Aktionsprogramm Fachkräftesicherung und Qualifizierung“ verabschiedet. Der Rat schlägt darin Maßnahmen in den Bereichen Berufsorientierung, Ausbildung, Weiterbildung / Qualifizierung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie neue „Haltestrategien“ für Auszubildende und Arbeitnehmer, Berufspendler und Rückkehrer vor.

Zur besseren Berufsorientierung sollen unter anderem verbindliche Berufsorientierungskonzepte an allen allgemeinbildenden Schulen im Freistaat eingeführt werden. Ein „nulltes Ausbildungsjahr“ wird Jugendlichen, die noch nicht die nötige Ausbildungsreife erworben haben, künftig den Übergang von der Schule in die Lehre erleichtern. Ein landesweites Fachkräftemonitoring wird etabliert. Mit einer Kampagne soll ab kommendem Jahr für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie geworben werden. Als mögliche Haltestrategie könnten Qualifizierungen und Aufstiegsfortbildungen im Anschluss an eine Ausbildung angeboten werden, wenn Fachkräfte zunächst keine reguläre Beschäftigung in Thüringen finden.

 

Editorial

Liebe Thüringerinnen, liebe Thüringer,

Matthias Machnig, Minister für Wirtschaft, Arbeit und Technologie des Freistaates Thüringen
 

soziale Symmetrie gerade in Zeiten der Krise ist ökonomisch notwendig und gesellschaftspolitisch zwingend. Beim Sparpaket der Bundesregierung werden nicht die Verursacher, sondern vor allem die Leidtragenden der Finanz- und Wirtschaftskrise zur Verantwortung gezogen. 30,3 Milliarden Euro sollen in den kommenden vier Jahren im Bereich Arbeit und Soziales gespart werden. Gerecht geht anders. Statt die Ausgaben für die Schwächsten zu kürzen und damit den Sozialstaat in Frage zu stellen, muss es darum gehen, politisch handlungsfähig zu bleiben. Spielräume, vor allem bei den vermögensbezogenen Steuern, gibt es genug. Eine aktuelle Studie des DIW bestätigt diese Einschätzung.

 
 

Servicenavigation